Unnormal ERBÄRMLICH mit viel ERROR
Vor einigen Tagen hatte ich eine Email-Korrespondenz mit der Betreiberin des Museumsbuchladens Eva Schmidt, den ich hier (nach Absprache mit ihr) veröffentlichen möchte.
Sehr geehrter Herr Hengge,
mit Erstaunen musste ich festellen, dass Sie ein Foto von meiner Kollegin und mir auf Ihre Internetseite berlin-ist.de gestellt haben.
Es wäre sehr freundlich von Ihnen, uns vorher um unser Einverständnis zu bitten, oder noch besser: Uns auf Ihren Wunsch, die Mitarbeiter des Buchshops in der Alten Nationalgalerie zu fotografieren, anzusprechen. Dann lächeln wir nämlich beide in die Kamera, das sieht doch viel hübscher aus.
Ich möchte mich bei Ihnen bedanken, dass Sie im Rahmen Ihrer Berlin-Erkundungen auch den Buchshop in der Alten Nationalgalerie besucht haben, und finde Ihre Kritik an den baulichen Gegebenheiten des Buchshops durchaus nachvollziehbar. Schließlich kann sich ein Buchhändler niemals genug Platz zur Präsentation seines sorgfältig ausgewählten Sortimentes wünschen!
Leider haben Sie in Ihrer Kritik vergessen zu erwähnen, dass im Rahmen des Masterplans zum Umbau der Museumsinsel ein zentrales Museumscafe geplant ist. Deswegen hat der von Ihnen erwähnte "Museumsplaner" innerhalb des Museums keinen eigenen Ort für ein Extracafe vorgesehen.
Der Buchshop bietet den (von vielen Kunden in der Tat sehr geschätzten) italienischen Espresso als einen Service an, um den Genuss der ausliegenden Bücher zu unterstreichen.
Wer diesen Service bietet, ist für den Kunden natürlich nicht ersichtlich, und oft werden wir nach einem "richtigen" Cafe gefragt. Stellen wir dann aber richtig, dass es sich bei der Espressobar um ein Angebot des Buchshops, nicht des Museums handelt, reagieren die von Ihnen bemitleideten Besucher in der Regel verständnisvoll bis zustimmend. Der Tourist von Welt weiss ein ordentliches Museumscafe genauso zu schätzen wie einen Buchshop mit Espressobar.
Es wäre schön, wenn diese zusätzlichen Infomationen Ihnen ein vollständigeres Bild von der Situation des Museumsshops geben- a propros Bild: Bitte nehmen Sie doch das Bild von Ihrer Seite. Vielleicht kommen Sie einfach nochmal auf einen Espresso vorbei und fotografieren den Shop aus einer anderen Perspektive?
Mit freundlichen Grüßen und den besten Wünschen,
Eva Schmidt
Hallo Frau Schmidt!
Vielen Dank für Ihren Kommentar. Es ist mir durchaus bekannt, dass es in der Alten Nationalgalerie keine expliziete Planung eines Cafés gibt, weil solche Räume "irgendwann einmal" vom zentralen Eingangsgebäude der Museumsinsel angeboten werden sollen. Die kümmerliche Café-Ecke im Buchshop ist nur so symptomatisch für die ganzen Museumsbauten in Berlin. Da macht man man ein wunderschönes Museum und zum Thema Aufenthaltsqualität rund um das Museumserlebnis verweist man auf ein noch nicht gebautes Gebäude, das vielleicht 10 Jahre später einmal da sein wird. Das bedeutet dann in der Konsequenz, 10 Jahre lang alle Museumsbesucher zu enttäuschen. So denken nur Organisatoren, denen es egal ist, ob man sich in ihrem Haus wohl fühlt. Oder nicht?
Das Bild von Ihnen nehme ich natürlich raus, wenn Sie es nicht mögen.
Darf ich diesen schriftlichen Dialog als Kommentare im Blog aufnehmen?
Viele Grüße ins Museum wünscht,
Magnus Hengge
Hallo Herr Hengge,
ich freue mich, dass Sie so rasch geantwortet haben und stimme Ihnen zu, dass das ständige Vertrösten auf ein nicht existentes Café dem Besucher bei akutem Hunger auf ein Stück "richtige" Torte nicht weiterhilft...
Gerne dürfen Sie unseren Dialog in Ihre Seite aufnehmen, und ich danke Ihnen sehr, dass Sie im Gegenzug das Foto von uns herausgenommen haben.
Alles Gute aus dem Museumsshop wünscht
Eva Schmidt
Komisch: Herumgetigert; und Hunger gekriegt; und in dem "unwürdigen Eckchen" Kaffee und Kuchen bekommen; und ich frage mich. Sind dem Herrn Hengge die Bilder wichtig; oder mehr sein Stolzier-Status; und die Gepflegtheit seiner Kunst-Rezeption????! Traurig, dieses neue "Kultur"-Deutschland... Dr. Ingo Nietzold