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24.12.2007 15:29:28

... romantisch: Keinohrhasen im Kino

 


Zu Weihnachten noch was Nettes: Keinohrhasen von und mit Till Schweiger nebst Nora Tschirner und haufenweise deutschen Promis.
Das Beste ist die Anfangssequenz: Jürgen Vogel spielt sich selbst und gibt sein erstes großes Interview nach einer umfassenden Schönheitsoperation. Ex-Haifisch-Gebiss-Vogel strahlt bis hinter beide Ohren mit nagelneuen Blendbeissern, aufgebauten Wangenknochen, blonden Haarimplantaten und einer völlig überzogenen JetSet-Bräune den "New positive Spirit" aus, der sich in etwa so zusammenfassen lässt. Sieht der Körper erst mal super aus, kommt die gute Laune und die Lebensfreude ganz von selbst hinterher. Til Schweiger als Klatschreporter Ludo ...
 
 

Autor: 

Magnus Hengge

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Kino

 ganz Berlin

 

02.12.2007 17:05:48

... faszinierendes Missverständnis: Der Ruhm des Mörders Jesse James

 


Man könnte meinen, in dem Film "Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford" ginge es darum die Geschichte, der James Bande zu erzählen. Doch tatsächlich ist diese nur der Hintergrund für die Geschichte seines Mörders Robert Ford, dessen Idol Jesse James war. Das ist sehr geschickt, weil sich der Film so mit einer Haltung der historischen Geschichte nähert, die die Legende des Jesse James auch heute noch lebendig hält.
Schon zu Jesse James Lebzeiten wurden seine Verbrechen politisiert und sein Banditenleben im Sinne eines Wild West Robin Hood interpretiert. In den 1870er Jahren umspannte das amerikanische Eisenbahnnetz im Prinzip das ganze Land und die Zeitungen waren inzwischen auch im Fach Sensationspresse als Massenmedien entwickelt. Die Story des guten Bösen als Rächer der Armen wurde im großen Stil verbreitet und massenhaft gern geglaubt.
Im Film wächst Robert Ford als glühender Verehrer des berühmten Gesetzlosen Jesse James auf. Er sammelte Zeitungsausschnitte und allerlei Fakten, die Ähnlichkeiten zwischen ihm und dem Leben seines Idols zu belegen schienen. Der kleine Robert ("Bob") will auch so sein, wie Jesse James, doch als er ihm endlich begegnet, erlebt er eine herbe Enttäuschung. Jesse James ist einfach ein instinktiv handelnder ...
 
 

Autor: 

Magnus Hengge

Kategorie: 

Kino

 ganz Berlin

 

16.11.2007 17:35:11

... Kulisse: Free Rainer - Dein Fernseher lügt

 


Hans Weingartner hat Sendungsbewusstsein. Nach die "Fetten Jahre sind vorbei" ist jetzt "Free Rainer – Dein Fernseher lügt" im Kino.
Die Geschichte ist einfach und spielt im Fach moderne Mythen: Ein skrupelloser und seit Jahren zugekokster TV-Produzent wird von einer Leidtragenden seiner Pseudo-Information-Shows zur Strecke gebracht. Beide erleiden bei dem heftigen Zusammenstoß einen Zusammenbruch, der für beide einen neuen Zusammenanfang möglich macht. Er erkennt wie falsch sein Handeln in der Verdummungsindustrie war und kämpft fortan mit allen Mittel gegen den Hauptfeind: Die TV-Quote. Denn im Leitmedium Fernsehen wird nun mal produziert, was die Leute am meisten gucken. Qualität ist kein Maßstab. Die Idee zur Lösung des Problems: Die Quote muss manipuliert werden. Kultur und echte Information werden aufgewertet, Beauty-Shows und Container-Formate runtergezogen. Das zwingt die Sender dazu Qualität zu senden, denn wie gesagt, produziert wird, was geguckt wird. Am Ende gelingt der Coup trotz Enttarnung des Betrugs und die Medienlandschaft wurde tatsächlich nachhaltig umgekrempelt. Denn die Menschen wollen weiter nur das sehen, was sie nach einigen Wochen manipuliertem HighQuality-TV gewohnt sind: Kulturfernsehen. Eine schöne Vision!
Richtig super ist der Film immer dann, wenn er den Wahn der bestehenden TV-Welt zeigt bzw. parodiert. Die menschenverachtenden Shows, die der TV-Produzent macht, die idiotischen Kandidaten, die sich ganz toll ...
 
 

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Magnus Hengge

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Kino

 Gesellschaft

 

15.10.2007 13:25:19

... deutsch/türkisch: Auf der anderen Seite von Fatih Akin

 

In einem Interview mit Fatih Akin hörte ich, dass er den Gewinn der Palme für das beste Drehbuch beim diesjährigen Festival in Canne sehr ironisch kommentierte. Der Regisseur war, während der Zeit als "Babel" gerade in den Kinos war, mit dem Schnitt für seinen Film "Auf der anderen Seite" beschäftigt und kam bei der Ansicht von Iñárritus Film ist Grübeln. Auch Akins Film verbindet mehrere Erzählstränge und weist auch inhaltlich einige Parallelen auf. Akin mochte Babel aber nicht und so entschloss er sich gemeinsam mit dem Cutter einen ganz anderen Film aus dem Material zu schneiden. Als Ergebnis hatte der fertige Film mit dem ursprünglichen Drehbuch nicht mehr viel zu tun und trotzdem bekam er eine Preis fürs Drehbuch. Bedeutet also, man wollte ihm ...
 
 

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Magnus Hengge

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Kino

 Politik

 

14.10.2007 16:17:32

... in der Hand der Ratten: bekömmliches Ratatouille im Kino

 


Die Walt Disney-Productions sind nicht gerade für Mainstream-Kritik bekannt, doch seit die Pixar-Leute die Kreativabteilung des alten Comic-Schlachtschiffes übernommen haben, bekommen die Filme zumindest einen kritischen Unterton. Meisterlich gelungen ist dies, beim Anti-Fast-Food-Massengeschmack-Film "Ratatouille". Kritik und Vermarktbarkeit gehen hier eine nie gekannte Einheit ein.

Zum Film:
Die geschmacklich abgestumpfte Rattenkolonie ernährt sich von Müll, ist nur am Nährwert interessiert und will von Gaumenfreuden lieber nichts wissen. Sie könnten ja den sündigen Geschmack der Kultur haben. Es ist nicht zu verkennen, dass ...
 
 

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Magnus Hengge

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Kino

 

19.09.2007 18:20:09

... ruppig: Schwarze Schafe

 


Gestern sah ich den Berlin-Film "Schwarze Schafe", über den inzwischen ja vermutlich alles gesagt ist. Auf der offiziellen Website des Films gibt es viele Ausschnitte zu sehen und Pressestimmen zu lesen. Ich fand es wunderbar grotesk und absurd komisch. Ganz egal wie gut oder schlecht das Filmkontinuum oder ähnliches gemacht ist.
Richtig selbstkritisch für den Blick eines Neuberliners (der Regiesseur ist Schweizer und lebt seit einigen Jahren in Berlin) ist die allerletzte Szene nach dem Abspann. Da kommt ein gut situierter Münchner nach einem harten Tag im noch härteren Berlin komplett genervt und zerstört zurück ins Hyatt-Hotel. Seine Freundin rennt schreiend hinter ihm her und versucht ihm zu erklären, dass er sich nichts dabei denken braucht, wenn sie früher als Aufstiegsfickschlampe verschrien war. Beide sind sie von oben bis unten mit fremder Kotze besudelt und der Rezeptionist guckt sie entsprechend verstört an. Doch in diesem Moment fordert der Münchner plötzlich einen Metropolenbonus ein. Er sagt zum Mann am Empfang: "Was guckst denn du so blöd? Simmer hier in Stuttgart oder in Berlin!"
Soll wohl heißen: Wenn diese Stadt schon so krass scheiße ist, dann ist das gefälligst als normale Daseinsform anzusehen, wenn man total verkotzt mit einer heulenden Frau im Schlepptau ankommt.
Ja, so ist Berlin und so sind seine Besucher.
 
 

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Magnus Hengge

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Kino

 ganz Berlin

 

17.06.2007 11:00:10

... Heimat: Viel Wärme und kaltes Wasser in "Prinzessinnenbad"

 


Die Mädels in "Prinzessinnenbad" fluchen und schimpfen, dass es wirklich das Herz anrührt: "Bitte, bitte, schenk mir einen Blick, du Wichser".
Drei 15jährige Mädchen, Klara, Tanutscha und Mina werden ungefähr ein Jahr bei ihrem Leben in Kreuzberg begleitet. Sie treten anfangs als unzertrennliche Mädchenclique auf, entwickeln sich über die Zeit aber zu drei sehr unterschiedlichen Charakteren, die auch merken, wie sie sich voneinander entfernen. Es ist eine dokumentarische Spielweise des Heimatfilms. Es geht um große Werte - Liebe, Wahrheit, Herzschmerz, Anpassung und Selbstfindung an der Schwelle zum Erwachsenwerden. Die Regisseurin Bettina Blümner ließ viel Wärme ...
 
 

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Magnus Hengge

 

06.06.2007 10:11:54

... entführt: Golden Door lockt in eine wunderbare Welt der Bilder und Töne

 

"Golden Door" vom italienischen Regisseur Emanuele Crialese ist ein Film voller dramatischer Poesie, umgesetzt in verführerisch schöne Bilder und beeindruckende, fast schon beängstigende Töne.
Der Vater Salvatore Mancuso (Vincenzo Amato) beschließt, nach der Ansicht einiger Bildern aus der neue Welt, aufzubrechen. Die Fotografien zeigten mannshohe Zwiebeln, Hühner und Rüben, die gutgekleidete Bauern mit aller Mühe und großem Stolz transportieren. Größer könnte der Kontrast ...
 
 

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Magnus Hengge

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Kino

 Migration

 

17.03.2007 19:27:51

... auf den Punkt: Kurzfilmprogramm "Famous Faces" im Babylon Mitte

 
Einmal im Monat widmet sich das Babylon Mitte dem Kurzfilm. Man nennt das regelmäßig an einem Freitagabend stattfindende Programm "Shorts Attack" (klingt wie der Angriff der Kniefreihosen) und es wird von Interfilm Berlin präsentiert wird. Gestern wurde eine inhaltlich Klammer gestiftet durch die namhaften Schauspieler, die in den verschiedenen Filmen zu sehen waren. Diese "famous faces" waren Jürgen Vogel, August Diehl, Monica Bleibtreu, Anna Thalbach, Otto Sander, Patrick Chesnais und Florian Lukas, die anscheinend gerne die Hauptrollen in den kleinen Produktionen übernommen haben, zumal die Charaktere fast durchgängig ...
 
 

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Magnus Hengge

 

10.02.2007 15:05:58

... rührend: "Sie sind ein schöner Mann" im Kino

Französisch-rumänische Liebe in Gummistiefeln. In der Provinz erblühen schöne Filme.

 
Der Film "Je vous trouve très beau" von Isabelle Mergault erzählt eine einfache Geschichte einer unmöglichen Liebe voller warmer Gefühle: Der Bauer "Aymé" (Michel Blanc) mit einem Gesicht wie ein Camembert und Augen wie eine Quitscheente verliert seine Frau, die mit ihm in einer gänzlich unromantischen Zugewinngemeinschaft lebte. Da die Arbeit für einen zu viel ist, "braucht" er eine neue Frau. So einfach ist das im ländlichen Frankreich aber nicht und darum ...
 
 

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Magnus Hengge

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Kino

 Migration

 

03.02.2007 21:15:51

... mehrfach ungesättigt: Unser täglich Brot macht verborgenes sichtbar

 


Nikolaus Geyrhalters Film "unser täglich Brot" ist eine unkommentierte Dokumentation, die keine Worte braucht. Der ganze Film ist aus Sequenzen zusammengeschnitten, bei denen die Kamera einfach draufhält. Kein Schwenk, kein Zoom, kein Effekt. Puristischer kann man so einen Film nicht machen und darin liegt die Stärke.
 
 

Autor: 

Magnus Hengge

Kategorie: 

Kino

 Kommerz und Konsum

 

30.01.2007 17:35:23

... ruhig: In "Das Fräulein" begegnen sich drei Frauen aus Ex-Jugoslavien in der Schweiz

Könnten Mutter und Tochter sein. Dagegen spricht ein europäischer Krieg und zwei völlig verschiedene Lebenswege.

 
Das Leben in Zürich ist nicht ganz einfach für die drei Protagonistinnen. Die Serbin Ruža (das Fräulein) kam vor 25 Jahren in die Schweiz. Sie hat sich durchgebissen und hat eine eigene Kantine in ihren Besitz gebracht. Beim jahrzehntelangen Überlebenskampf ist sie langsam verhärtet und sie hortet krampfhaft ihr mühsam verdientes Geld, das ihr die Unabhängigkeit verschafft, in der sie einsam geworden ist. Eines Tages taucht die junge, gutausehende Ana aus Bosnien auf und hilft unaufgefordert in einem kritischen Moment im Restaurant aus, als die langjährige kroatischen Küchenhilfe "Mila" ausfällt."
 
 

Autor: 

Magnus Hengge

Kategorie: 

Kino

 Gesellschaft

 

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Text ohne Takt
von Joachim A. Buroh

09.12.2007 22:03:41

... sichtbar

 
am Zusammenhang
gestanden

alles aus dem Kopf
gesagt

anscheinend
gelächelt

das Leidwesen gab sich
untröstlich
 
 

26.11.2007 19:21:10

... umtriebig

 
meine Opposition gewinnt die Wahl
meine Ausschreitungen
ich habe Sex im Wartehäuschen
meine Erwartungshaltung ist gering
den Rohstoffmarkt erobere ich
bin im Rennen um 450 Sitze
 
 

25.11.2007 14:17:49

... die Zweifel los

 
und entschieden aus
dem Beispiel treten

sachte aufwärts strömen
Kreise ziehen

ohne zu weinen
kleine Zweifel teilen
(und würfeln)