03.12.2007 00:16:55
Als Agentur-Mensch glaubte ich bisher an die Richtigkeit der Vorstellung, dass es für Unternehmen oder andere wie auch immer geartete Marktteilnehmer richtig sei, die Kommunikation und Werbung nach der/dem USP (Unique Selling Position bzw. Proposition = Alleinstellungsmerkmal) auszurichten, doch zur Zeit scheint sich ein neuer Leitgedanke abzuzeichnen. Morgen beginnt der CDU-Parteitag und der Slogan der Veranstaltung heißt: "Die Mitte". Unser eins ruft da doch nur noch: "Hallo, spürt ihr noch was?" Wie jeder weiß, war der SPD-Claim unter Schröder "Die neue Mitte".
Wenn Einzigartigkeit und Unterscheidbarkeit die Grundlage für eine positive Entscheidung für ein Produkt bilden (die Stimmabgabe bei einer Wahl dürfte ungefähr das Gleiche sein), dann darf so was doch einfach nicht wahr sein. Denn selbst wenn es als Schachzug der CDU gedacht sein sollte, mit der Reklamation der Mitte so zu tun, als hätte sich die SPD aus der Mitte nach links verabschiedet (deren Positionierung soll wohl "die linke Volkspartei" sein), kann man doch wohl kaum Einzigartigkeit beanspruchen. Die SPD war also kurzzeitig bzw. neulich Mitte und jetzt ist wieder die CDU auf der alten Mitteposition? Kein Wunder, wenn eine Mehrheit der Deutschen ...
08.10.2007 14:42:01
Leider wirkt auch diese Bild weiter normierend. Genau wie die mediale Darstellung von Gewalt, Gewalt als Lösungsstrategie "zur Norm" macht. Toscani weiß davon anscheind nichts. (Foto von nolita.it)
Über die "No-Anorexia"-Kampagnie des Mode-Labels No-l-ita regt sich die italienische Öffentlichkeit ja schon seit Wochen auf. Der "Benetton-Fotograf" Oliviera Toscani nutzt die Werbekampagne zu einem sehr zweischneidigen Statement zum Thema Magersucht (=Anorexie). Die extrem abgemagerte, französische Schauspielerin Isabell Caro wird mit der Kampagne in meheren Ganzkörperakten gezeigt, um die Öffentlichkeit aufzurütteln. Toscani will, dass wir bei dem Thema Magersucht nicht mehr wegschauen. Das Markenlogo von No-l-ita werden wir dabei natürlich auch kaum übersehen können. Doch zum Werbeeffekt für das finanzierende Unternehemen später.
Zunächst sollte man sich fragen, warum die Kampagne so verlässlich gesellschaftliches Rumoren produziert. Denn das ist ja der Grund für die Aktion. Toscani will immer provozieren. Genauso wie Anorexie eine psychische Krankheit ist, so ist auch der Wunsch nach Provokation eine Art Krankheit des italienischen Fotografen, dessen Star-Alluren schon fast in Vergessenheit geraten waren. Er musste einfach mal wieder den großen Zampano spielen. Nun denn, es ist ihm gelungen. Also, warum gehen uns diese Bilder ...
21.09.2007 12:40:18
Ist das schön: Endlich eine Innovation, die füher oder später zu jedem von uns kommt. Haarausfall ist Trend! Als nächstes kommt Zahnausfall, Knochenschwund und Altersdemenz. Und für alles gibt es Pillen in der Apotheke. Super!
04.02.2007 20:49:43
Was will uns dieses Wesen sagen?
Wow! Wer hätte das gedacht? Handball kann richtig spannend sein. Das WM-Halbfinale gegen Frankreich mit zwei Verlängerungen konnte wohl kaum dramatischer verlaufen. Und nun der krönende Abschluss mit dem Erreichen des Weltmeistertitels gegen Polen. Glückwunsch den Herren um den bärtigen Trainer Heiner Brand!
Nur eine Nachfrage: Was war das für ein schräges Viech, dass da zwischen den Spielern herumhüpfte?
28.01.2007 00:28:27
Endlich habe ich mal was Vernünftiges zum Apple-Hype gelesen: In der Süddeutschen Zeitung bingt Christian Kortmann das Mysterientheater um den iKapitalismus ganz gut auf den Punkt, wenn auch die Überschrift
"Die Apple-Lüge" ziemlich aufmerksamkeitserheischend ist:
"Ein adventlich-nervöser Glanz kehrt in die Augen der Apple-Jünger zurück, den man noch aus der Kindheit kennt: An den Weihnachtsmann glauben sie zwar nicht mehr, dafür haben sie jetzt Steve Jobs! FürApple ist es noch nicht einmal von Nachteil, dass die Produkte nachweislich eine schlechte Ökobilanz haben, denn darüber wird nur am Rande berichtet, obwohl Greenpeace dies schon seit langem anprangert." schreibt er und hat Recht.