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08.06.2007 10:35:04

... ruhig: Heiligendamm dafür laut

Polizeiaufgebot in Rostock. Bild von dkonstrukt bei flickr

 
G8 is over. Was war das nun in Heiligendamm? Man bleibt etwas ratlos zurück. Das Gipfeltreffen der Staatschefs der wichtigsten Industriestaaten plus Russland ist wohl nicht viel mehr als eine große Bildmaschine. Die "Mächtigen" lächeln in freundlicher Einheit in jede mögliche Kamera, um bloß keine Zwistigkeiten durchblicken zu lassen und auf der anderen Seite die "Machtlosen", die ihren Protest genauso bildwirksam inszenieren. Beide Seiten brauchen einander, da ...
... sie sich gegenseitig Wichtigkeit zusprechen.
Ein kluger Kommentar kam von meinem Lieblings-Kuschel-Philosophen Peter Sloterdijk. Er sagte sinngemäß, G8 sei die Simulation eines alten Menschheitstraums. Es entsteht das Bild, es gäbe eine Weltregierung, die mächtig genug ist, die Geschicke des Planeten zu lenken. Da dies im Kern eine Hoffnungsvision ist, eignet sich das Bild der zugesprochenen Verantwortlichkeit für allerlei Projektionen. Es möge doch jemand schuld sein, am Leid dieser Welt und dieser jemand soll dann mit starker und gerechter Hand aufräumen. Er soll sich wirklich verantwortlich zeigen und seegensreich in den Lauf der Dinge einwirken. Es ist dies das Bild des Hirten, der über seine Schflein wacht und sie vor Unheil beschützt.
Wollte man dieses Bild weiterentwickeln, sähe man die nichtstaatlich organisierten G8-Gegner als Hirtehunde, die eigenständig verantwortlich die Massen bewegen. Sie halten die Bewegung zusammen und versuchen deren Forderungen dem Hirten zuzutreiben. Sie apportieren den ausgeworfenen Ball der Globalisierung samt den Kollateralschäden, die er im Flug und bei der Landung anrichtete.

Der Sinn der G8-Veranstaltung besteht also nicht darin, global wirksame Entscheidungen zu fällen, alle mutmaßlichen Inhalte sind ohnehin längst vorher auf Fachebenen ausgearbeitet. Der Sinn besteht darin, Wichtigkeit darzustellen. Manifestierte Äußerlichkeiten, wie der Zaun, das harte Durchgreifen der Schutzkräfte, die Massenversammlung zum parallel laufenden Konzertprogramm, das alles ist nur Staffage um die Potenz der Agierenden beider Seiten zu illustrieren. Den jämmerlichsten Versuch auf das Podest der Aufmerksamkeit aufzuspringen unternehmen dabei leider die bildenden Künstler. Da es ihnen meist gelingt, das oben beschriebene Bild zu verstehen, ist es ihnen auch konsequenterweise unmöglich in der bipolaren Wichtigtuerei eine signifikante Rolle zu spielen.

Nimmt man den Gipfel nun also als pure zweiseitige Machtdemonstration ernst, wäre sicherlich der wirksamste Protest das Ignorieren des Gegners. Man stelle sich vor, es ist G8 und keiner kümmert sich drum. Diese Idee müsste ehemals Friedensbewegten doch bekannt vorkommen. "Stell dir vor es ist Krieg und keiner geht hin."

Sloterdijk in der Zeit.
 

Autor: 

Magnus Hengge

Kategorie: 

Alltägliches

 Politik

 

 
 

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Text ohne Takt
von Joachim A. Buroh

09.12.2007 22:03:41

... sichtbar

 
am Zusammenhang
gestanden

alles aus dem Kopf
gesagt

anscheinend
gelächelt

das Leidwesen gab sich
untröstlich
 
 

26.11.2007 19:21:10

... umtriebig

 
meine Opposition gewinnt die Wahl
meine Ausschreitungen
ich habe Sex im Wartehäuschen
meine Erwartungshaltung ist gering
den Rohstoffmarkt erobere ich
bin im Rennen um 450 Sitze
 
 

25.11.2007 14:17:49

... die Zweifel los

 
und entschieden aus
dem Beispiel treten

sachte aufwärts strömen
Kreise ziehen

ohne zu weinen
kleine Zweifel teilen
(und würfeln)