Gestern Abend im Nachtmagazin: Die PIN AG "droht" mindestens 1000 Mitarbeiter zu entlassen, wenn sie den neuen Mindestlohn zahlen müssten. Kurz darauf: Immer mehr reiche Krebspatienten aus dem Westen fahren nach China, weil sie dort eine Gentherapie bekommen können, die im Westen nicht zugelassen ist. Beide Nachrichten sind ganz klar mit einer Lobbyistenforderung verbunden.
Fall 1: Kein Mindestlohn, damit bei den Briefzustellern ein Lohn bezahlt werden kann, der von uns Steuerzahlen über das Mittel des ALG II-Aufstockens subventioniert wird. D.h. gefordert wird das weitere Umlegen der Lohnkosten auf die Allgemeinheit. Nicht der Arbeitgeber soll bezahlen, sondern der Steuerzahler – ganz unabhängig davon, ob er ...
Als Agentur-Mensch glaubte ich bisher an die Richtigkeit der Vorstellung, dass es für Unternehmen oder andere wie auch immer geartete Marktteilnehmer richtig sei, die Kommunikation und Werbung nach der/dem USP (Unique Selling Position bzw. Proposition = Alleinstellungsmerkmal) auszurichten, doch zur Zeit scheint sich ein neuer Leitgedanke abzuzeichnen. Morgen beginnt der CDU-Parteitag und der Slogan der Veranstaltung heißt: "Die Mitte". Unser eins ruft da doch nur noch: "Hallo, spürt ihr noch was?" Wie jeder weiß, war der SPD-Claim unter Schröder "Die neue Mitte". Wenn Einzigartigkeit und Unterscheidbarkeit die Grundlage für eine positive Entscheidung für ein Produkt bilden (die Stimmabgabe bei einer Wahl dürfte ungefähr das Gleiche sein), dann darf so was doch einfach nicht wahr sein. Denn selbst wenn es als Schachzug der CDU gedacht sein sollte, mit der Reklamation der Mitte so zu tun, als hätte sich die SPD aus der Mitte nach links verabschiedet (deren Positionierung soll wohl "die linke Volkspartei" sein), kann man doch wohl kaum Einzigartigkeit beanspruchen. Die SPD war also kurzzeitig bzw. neulich Mitte und jetzt ist wieder die CDU auf der alten Mitteposition? Kein Wunder, wenn eine Mehrheit der Deutschen ...
In einem Interview mit Fatih Akin hörte ich, dass er den Gewinn der Palme für das beste Drehbuch beim diesjährigen Festival in Canne sehr ironisch kommentierte. Der Regisseur war, während der Zeit als "Babel" gerade in den Kinos war, mit dem Schnitt für seinen Film "Auf der anderen Seite" beschäftigt und kam bei der Ansicht von Iñárritus Film ist Grübeln. Auch Akins Film verbindet mehrere Erzählstränge und weist auch inhaltlich einige Parallelen auf. Akin mochte Babel aber nicht und so entschloss er sich gemeinsam mit dem Cutter einen ganz anderen Film aus dem Material zu schneiden. Als Ergebnis hatte der fertige Film mit dem ursprünglichen Drehbuch nicht mehr viel zu tun und trotzdem bekam er eine Preis fürs Drehbuch. Bedeutet also, man wollte ihm ...
Was Ex-Tagesschausprecherin Eva Herman von sich gibt, ist schon lange eine Zumutung für alle Vernunftbegabten, doch ihre jüngsten Äußerungen (siehe Artikel der Süddeutschen Zeitung) über die Familienpolitik des Hitler-Regimes sind einfach unfassbar. Natürlich ist der sprichwörtlichen Blondine zuzutrauen, dass sie tatsächlich glaubt, was sie sagt, und insofern muss man über ihre Selbstenttarnung froh sein, aber wie kann sie nur so unglaublich bescheuert sein, überhaupt öffentlich ein Nazi-Politik-Lob von sich zu geben? Als jahrelange Tagesschausprecherin müsste sie doch aus Fällen, wie dem von Herta Däubler-Gmelin (Ex-Justiz-Ministerin), mit ihrem "Adolf Nazi"-Spruch im Zusammenhang mit Bushs Irak-Politik, gelernt haben, was immer passiert, wenn irgendein hauptamtlich prominenter Mensch einen wie auch immer gearteten NS-Zusammenhang herstellt. Wenn also jemand wie Frau Herman bewusst solche Äußerungen in den Medien platziert, dann kann man das doch nur als einkalkulierte möglichst laut diskutierte Exit-Strategie begreifen. Diese Frau will nicht länger Fernsehmoderatorin sein, sie hat was anderes vor. Kann es sein, dass wir die gute Blonde mit dem treudeutschen Namen irgendwann ...
Mehr als ein Schuhkarton zur zentralen Kranzablage im Todesfall eines Soldaten.
Es hätte wahrich schlimmer kommen können. Der Entwurf des Architekten-Büros Andreas Meck setzt auf schlichte Symbolik (siehe Spiegel-Online) und schafft damit ruhige Räume zur innern Reflexion. Ich finde das entspricht weitgehend der Maximalforderung, die ich im letzten Artikel zu diesem Thema versucht habe zu formulieren. Auch der gefundene Gedenksatz "Den Toten ...
G8 is over. Was war das nun in Heiligendamm? Man bleibt etwas ratlos zurück. Das Gipfeltreffen der Staatschefs der wichtigsten Industriestaaten plus Russland ist wohl nicht viel mehr als eine große Bildmaschine. Die "Mächtigen" lächeln in freundlicher Einheit in jede mögliche Kamera, um bloß keine Zwistigkeiten durchblicken zu lassen und auf der anderen Seite die "Machtlosen", die ihren Protest genauso bildwirksam inszenieren. Beide Seiten brauchen einander, da ...
Nun ist es also auch in der Politik angekommen. Das nicht nur sprachliche (Miss)verständnis, dass man sich selbst entschuldigen könne. Gerade bei einem Ministerpäsidenten der christlichen Partei, bei dem man eine gewisse Nähe und Erfahrung zur Beichte voraussetzen könnte, hätte ich mehr erwartet, wenn es um die oft bemühten Grundwerte geht, zu denen man getrost die Empathie zählen kann. Auch ein Herr Günther Oettinger kann sich nicht entschuldigen, er kann höchstens um Entschuldigung bitten. Und wenn das ernst gemeint ist, ...
Gestern abend war Premiere des Stücks "How to take over / zornige Menschen 3" der Theaterformation Lubricat im Festsaal der Sophiensaele. Das Bühnenbild ist minimal, erinnert ein bisschen an eine Bühne einer Podiumsdiskussion und das Miteinanderreden bildet auch den äußeren Rahmen der Veranstaltung. Da kommen fünf Menschen zusammen, die gemeinsam als Arbeiter eine argentische Fabrik übernommen haben, doch sie stellen gleichzeitig auch verschiedene Typen von Charakteren, Ethnien und Temperamenten dar, wie sie in jeder Globalisierungsgegnergruppe auftreten könnten.
Das Kreuzberger Referendum rund um die Koch bzw. Rudi-Dutschke-Straße ist entschieden: fast 60 % wollten den Fortbestand der Dutschke-Straße. Allerdings kommen nun trotzdem noch keine Schilder an die Kreuzungen, denn es liegen eine Reihe von Klagen der Anwohner an.
Christian Ströbele meint Rudi Dutschke hätte Spaß am Streit um seine Straße gehabt.
Die rot-roten Koalitionäre haben nun beschlossen, sich von der Opposition nicht spalten zu lassen. Darum wird jetzt Geschlossenheit demonstriert und gemacht, was vor ein paar Tagen für manchen PDSler noch undenkbar war: Biermann bekommt die Ehrenbürgschaft verliehen (siehe Tagesspiegel).
Zum Streit im Fall "Rudi-Dutschke-Straße" hat DeutschlandradioKultur (hier zum Nachhören) heute einen schönen Beitrag rund um die Umbenennung der Kochstraße gesendet. Von Christian Ströbele (links) bis zu Gerd Langgut (rechts) kommen schlaue wie weniger hell leuchtende Mitbürger zu Wort.
Hier die ehrenwerten Herren (Dutschke / Biermann), um die es aber leider gar nicht geht.
Mal soll Wolf Biermann mit der Ehrenbürgerwürde, mal Rudi Dutschke mit der Umbenennung einer Straße geehrt werden. Stets gibt es Widerstand im Parteiensystem, je nachdem welche Seite den Vorschlag einbrachte. Die Ideologen schieben ihre subversiven Heiligen vor sich her, dabei geht es überhaupt nicht um die Ehrungen, sondern nur um den politischen Hickhack.
Mussolini als Zentralpunkt eines Triptychons. Futuristischer Heldenmythos und Dreieinigkeit in Personalunion. Nicht nur kirchlich-christliche Konotationen werden zu Propagandazwecken missbraucht.
Der Bilderstreit der Nationen in der Zeit zwischen 1930 und 1945 wird für die Propagandakunst Deutschlands, Italiens, der Sowjetunion und der USA im Museumskontext des DHM erneut ausgetragen. Von den Ausdrucksformen des Personenkults um Hitler, Mussolini, Stalin und in abgemilderter Form Franklin Delano Roosevelts über die geforderte, propagandistische Darstellungen des Volkskörpers bis zum Ausdruck der Staatsform durch Stadtplanung werden die drei diktatorischen Regime und die demokratische Republik miteinander verglichen. Dabei wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass "Vergleichen" nicht "Gleichsetzen" bedeutet.
meine Opposition gewinnt die Wahl meine Ausschreitungen ich habe Sex im Wartehäuschen meine Erwartungshaltung ist gering den Rohstoffmarkt erobere ich bin im Rennen um 450 Sitze