Am Kanaldreieck zwischen Kreuzberg, Neukölln, Treptow. Einmal blauer Dunst für alle aus dem liebsten Sommerspielzeug der Berliner: dem Grill.
Als Veggi bin ich fast naturgegeben kein Grillfan. Aber die Dreistigkeit mit der Tausende von Grillmeistern die Stadt verqualmen, ist bestimmt nicht nur mir lästig. Draußen ist es schwül warm und dann rauben einem die schlecht kokelnden Anzünder noch den letzten Atem. Ich hoffe im Urlaub in den Bergen (Pyrenäen) gibt es keinen Frischlusftmangel. Ab dem 28.7. bin ich wieder da.
tick tick tick tick tick. Die Küchenuhr der Mutter meiner Mutter tickt für mich seit ich ein Bewusstsein habe. Früher war damit meist die Langeweile verbunden, die entstand, während ich in der Küche auf das Mittagessen wartete und keine Lust hatte, Hausaufgaben zu machen. Als die Mutter meiner Mutter...
Oper locker vom Hocker und Polizeistaat von der Rolle.
Puccinis "La Bohème" hat es nach Kreuzberg geschafft. Als "Die Boheme am Kottbusser Tor" wurde die Oper auf eine etwas mehr als einstündige Fassung zusammengedampft, wodurch das schwülstige Werk auch mehr Druck entwickelt. Mit fünf Sänger/innen und einem kleinen Orchester, das im Sound durch ein Bandoneon, eine Baglama (eine Art orientalische Laute) und ein E-Piano aufgefrischt wurde, bespielt das Team den Festsaal Kreuzberg, mehr oder weniger in seiner derzeitigen Existenz, als vorgefundenes Bühnenbild. Schließlich entwickelt sich der Plott ja in einem ärmlichen Künstlermilieu, das man in diesem Raum wahrscheinlich als angestammt vermutet. Zunächst ist es schon etwas befremdlich, wenn die Künstler und die Zuschauer rein visuell nicht voneinander zu unterscheiden sind, denn Oper war doch bisher etwas Erhabenes mit tollen Kostümen in aufwändigen Produktionen. Hier ist das anders, man nuckelt an der Bierflasche und hört dazu ...
Die Mädels in "Prinzessinnenbad" fluchen und schimpfen, dass es wirklich das Herz anrührt: "Bitte, bitte, schenk mir einen Blick, du Wichser". Drei 15jährige Mädchen, Klara, Tanutscha und Mina werden ungefähr ein Jahr bei ihrem Leben in Kreuzberg begleitet. Sie treten anfangs als unzertrennliche Mädchenclique auf, entwickeln sich über die Zeit aber zu drei sehr unterschiedlichen Charakteren, die auch merken, wie sie sich voneinander entfernen. Es ist eine dokumentarische Spielweise des Heimatfilms. Es geht um große Werte - Liebe, Wahrheit, Herzschmerz, Anpassung und Selbstfindung an der Schwelle zum Erwachsenwerden. Die Regisseurin Bettina Blümner ließ viel Wärme ...
Da soll er hin, der erste kreuzberger McDonalds für Menschen, die sich nicht um ihre Ernährung kümmern.
Natürlich habe ich unterschrieben. Schließlich bin ich Vegetarier, ökologisch sozialisiert und Unterstützer der Einzelhandelsstruktur im Kiez. Meine Unterschrift gegen den Food-Großkonzern McDonalds ist sicher, aber ob es was bringt, außer dem relativ großen Medienecho, das in gewisser Weise genauso eine Werbung für die Burgerkette wie für die Bürgerinitiative darstellt? Vermutlich nicht und die weitverbreitete Antihaltung der Kiezbürger (meine eingeschlossen) wird vermutlich zu kaum wahrnehmbaren Einnahmeverlusten beim Burgerverkauf führen. Schließlich wollte die, sich stets formierende, kreuzberger Bürgerfront auch mal die Supermärkte aus dem Kiez heraushalten, mit dem Erfolg, dass nun ein Lidl- und ein Plus-Markt in nächster Nähe zum geplanten McDonalds stehen. Die soziografische Struktur ...
Wenn das Publikum fast noch schräger ist, als die Clowns auf den Bühnen, befindet man sich in Kreuzberg. Aus der Masse, der leicht alternativ Gestylten, fallen doch einige deutlicher ins Auge als sonst im heimischen Kiez üblich. Da ist ein ausgemergelter Gurutyp in weißen Leinentüchern, eine verwirrte exibitionistische Frau, die über Stunden hinweg immer wieder nackt ...
Wer weiß, was uns diese Botschaft sagen will, kann es uns gerne weitersagen ...
Da ist man mal kurz für 4 Tage in Barcelona und schon wird einem das Haus "verschönert". Na, jedenfalls ist es nun auffälliger als vorher und die tausende von Auto- und U-Bahnfahrern, werden direkt auf unsere Außenwand blicken und sich fragen, was das "just" wohl heißen mag. Wir können zukünftig allen Freunden, Besuchern und Interessenten erzählen, das wir just dahinter arbeiten, insofern hat es einen gewissen orientierungsschaffenden Aspekt. Das Fenster auf der linken Seite, ist im übrigen das ...
Christoph Schlingensief zeigt "Kaprow City", eine Theaterinstallation inspiriert durch den Künstler Allan Kaprow mit seinem Werk "18 Happenings in 6 Parts" in der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz.
Aufgenommen heute Morgen vor meiner Haustür: Gestern war der Bus noch weiß. Die "Gestaltung" ist sicher kein Kunstwerk, sondern eindeutig eine Sachbeschädigung.
Bisher war ich zur Frage, wie man Graffitis werten soll, sehr unentschieden.Ich hatte und habe gewisse Sympathien für die "reclaim the streets"-Bewegung, deren Forderung es ist, die kommunikativen Oberflächen der Stadt nicht ausschließlich von komerziellen Kommunikatoren besetzen zu lassen. Ich bin ein neugieriger Betrachter der vielen kleinen Street Art-Botschaften, die uns in Form von Papieraufklebern von allen Wänden mit Witz, Ironie, Absicht und manchmal auch Bosheit entgegen zwinkern. In ihnen steckt oft eine künstlerische Gerissenheit, die ich sehr anregend finde, charmant auch deshalb, weil sie früher oder später zur unvermeidlichen Abgerissenheit wird. Es gibt in der Szene Künstler wie z.B. swoon, die ihren Platz in den Galerien und Museen der Welt verdient hätten, und die es immerhin schon bis in den Kunstraum Bethanien geschafft haben (Backjumps – The Live Issue #2. Urbane Kommunikation und Ästhetik) oder die ganz legal Brandwände in SO36 gestalteten.
meine Opposition gewinnt die Wahl meine Ausschreitungen ich habe Sex im Wartehäuschen meine Erwartungshaltung ist gering den Rohstoffmarkt erobere ich bin im Rennen um 450 Sitze